Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache Peking

 

 

Gemeindemail zum 28.06.2009

3. Sonntag nach Trinitiatis

(lat. trinitas = Dreifaltigkeit; Gott: Vater, Sohn, Heiliger Geist)

  

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Schwestern und Brüder,

 

Zunächst einmal ein ganz herzliches DANKE an alle, die im zurück liegenden Jahr dazu beigetragen haben, dass wir - mit Gottes Segen  - unser Ziel erreichen konnten: die Verdoppelung unserer Mitgliederzahl von 25 zahlenden Haushalten (70 Personen im August 2008) auf 50 zahlende Haushalte (derzeit 150 Personen)!

Mit einer solchen Mitgliederzahl sind wir einerseits wirtschaftlich stabil und andererseits reich beschenkt an Begabungen und Fähigkeiten zur Gestaltung einer lebendigen Gemeinde. Ich blicke zurück auf ein facettenreiches und erfülltes gemeinsames Jahr.

 

Einige Familien werden uns diesen Sommer leider verlassen, weil sie nach Deutschland zurück (oder in andere Länder) gehen. Ihnen wünsche ich von Herzen Gottes Schutz und Segen für die anstehenden Veränderungen.

 

Ich freue mich, dass mir schon jetzt erste neue Gemeindebeitritte für unsere „Gemeindesaison“ 2009/2010, z.B. von Familien mit zukünftigen Konfirmanden, vorliegen. Herzlich möchte ich alle, denen es möglich ist, bitten mitzuhelfen, dass wir auch in Zukunft Menschen für unsere Gemeinde gewinnen können.

 

 

 

Und nun lade ich Sie herzlich ein zu unserem kommenden

Gottesdienst am Sonntag, den 28.06.09 um 10.00 Uhr in der Deutschen Botschaft.

Parallel zum Gottesdienst findet auch wieder der Kindergottesdienst statt; Thema: Jünger – Brüderpaar.

 

 

 

Der biblische Wochenspruch für die Woche des 3. Sonntags nach Trinitatis lautet:

Der Menschensohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Lukas 19,10

 

 

 

Ich habe meinen Schlüssel verloren.

Ich habe meinen Mann verloren.

Ich habe meine Frau verloren.

Ich habe die Orientierung verloren.

Ich habe meinen Gott verloren.

Ich habe mich selbst verloren.

Weiß nicht mehr wann,

Weiß nicht mehr wo.

Unterwegs,

unterwegs war‘s…

 

Um das Verlorene geht’s in den Worten Jesu.

Es ist schon erstaunlich, verblüffend und manchmal auch erschreckend, was wir alles, so unterwegs (durch’s Leben), verlieren können, bis hin zu unserem Gott, bis hin zu uns selbst. Und dabei ist das Vorletzte für mich mit dem Letztgenannten identisch: Verliere ich Gott, weiß ich auch bald nicht mehr, wer ich selbst bin – was ich mir selbst bedeute (Individualität) und was ich anderen bedeute (Gemeinschaft).

 

Es lohnt sich, die Vorgeschichte des Lukasverses zu betrachten, Lukas 19, 1-9.

Der kleinwüchsige Zollamtsleiter Zachäus in Jericho kraxelt auf einen Maulbeerbaum, „to catch a glimpse“, wie man im Englischen so schön sagt, – um einen Anblick von Jesus zu erhaschen. Vielleicht will er aber auch mehr als nur einen kurzen Anblick; Zachäus hat diese unerklärliche Eingebung, ein nicht nachlassendes Gefühl, diesem vollmächtigen Prediger und Wunderheiler unbedingt begegnen zu müssen.

Jesus selbst ist gerade dabei, sich einen Weg durch die begeisterte Volksmenge zu bahnen. Auch er wird geführt, innerlich wie äußerlich. Und so kommt er an genau die Stelle, so hält er genau dort an, wo Zachäus, wie ein Eichhörnchen, im Baum hockt. Der Evangelist Lukas berichtet sachlich kurz, aber nicht ohne Dramatik: „Jesus sah auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter, denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.“

Wo gibt’s denn so ‘was?! Hat Jesus die Anstandsregeln vergessen? Wie kann er sich denn einfach bei jemandem einladen, zudem auch noch bei einem Kollaborateur der römischen Besatzungsmacht?  - So jedenfalls empfinden genügend Leute in der Menge: „Als die anderen das sahen, ärgerten sie sich und sagten: Das ist ja nicht zu fassen; bei einem Sünder kehrt er ein.“
Als hätte Zachäus darauf gewartet, verliert er keine Zeit. Er krabbelt den Baum herunter und freut sich riesig, Gastgeber für Jesus sein zu dürfen.

Und dann geht’s weiter wie bei uns in China, im Land, wo Tischgemeinschaft fast schon eine Religion ist: Beim gemeinsamen Essen geschieht das Wesentliche! Während Zachäus Jesus bewirtet, erklärt er: „Ich werde die Hälfte meines Vermögens den Armen geben, und wenn ich jemanden betrogen habe…“ (damals durchaus an der Tagesordnung bei den Leuten seiner Zunft; einen Teil behielten sie selbst, einen anderen Teil bekam der zuständige römische Beamte) „… gebe ich es ihm vierfach zurück.“  Wie geht es Ihnen, wenn Sie das lesen? Denken Sie auch: „Hoppla, hoffentlich übernimmt dieser Abzocker sich nicht und steht am Ende mit leeren Händen (also: mit leerem Konto) da.“? Oder denken Sie: „Und? Selbst wenn dem so wäre?  Vielleicht hat er das ja sogar vor?! Vielleicht will er sich von all seinen  Lasten erleichtern!?“

 

Was Zachäus tut: Er nutzt diese einmalige Gelegenheit der Begegnung mit dem Gottessohn, sein verkorkstes Leben in Ordnung zu bringen. Im Neuen Testament gibt es den Begriff „kairos“, der einen einmaligen Zeitpunkt der Heilwerdung beschreibt. Ein solcher Zeitpunkt ereignet sich für ihn gerade, und er darf erfahren:  Entzweites findet wieder zusammen; Versöhnung wird dem geschenkt, was getrennt beiben muss;  Verlorengegangenes wird wieder gefunden.  Schlüssel, Mann, Frau, Orientierung, Gott, Selbst.

 

Heute ist diesem Hause Heil widerfahren,“  damit segnet Jesus abschließend den Zachäus, „denn auch er ist Abrahams Sohn“.

Diese Worte gelten allen Verlorenen bis heute:

„Du  bist nicht mehr draußen, du gehörst wieder zu uns. Du bist daheim.

Die Lebensquelle deines Herzens wird nun wieder sprudeln,

denn der Gott der Liebe und der Gerechtigkeit kehrt bei dir ein.“

 

 

In herzlicher Verbundenheit,

 

Ihr

Karl-Heinz Schell

 

 

 

 

Gebet

Barmherziger Gott.

Mach aus mir einen Regenbogen,

der alle Farben enthält,

in die sich dein Licht bricht.

Mach aus mir immer mehr einen Regenbogen,

der das ruhige Wetter ankündigt

nach den Stürmen auf See.

Amen.

 

 

Segen

Gott schenke dir seinen Geist,

dass du ja sagen kannst

zu den Überraschungen,

die deine Pläne durchkreuzen,

deine Träume zunichte machen,

deinem Tag

eine ganz andere

Richtung geben –

ja vielleicht deinem Leben.

Sie sind nicht Zufall.

Lass den himmlischen Vater

dein Leben führen

in Geborgenheit

zur Freiheit.

Amen.

 

 

 

Schon jetzt darf ich Sie, und diesmal besonders Euch Kinder, Schülerinnen und Schüler, einladen zu unserem Abschlussgottesdienst vor der Sommerpause:

 

Sonntag, 05.07.

10.00 Uhr Ökumenischer Familiengottesdienst zum Schuljahresende in der Deutschen Botschaft.

 

 

 

 

Pfarrer Dr. Karl-Heinz Schell

MOMA Wanguocheng Bldg.6, Apt. 605

Xiang He Yuan Lu

Dongzhimen, Chaoyang Qu

100 028 Beijing  CHINA

 

康海 博士 / 牧师

MOMA  万国城 6 605

香河园路

东直门  朝阳区   

100 028 北京  中国

 

Phone+Fax Home    +86-10-8440-7957

Phone Mobile        +86-136-9363-1857

Email  westwood.trinity@googlemail.com

 

Sprechzeiten: 

i.d.R. donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

 

Zu Ihrer Übersicht sind die weiteren Gottesdienste bis zum Beginn der Sommerferien  

2009  unten angefügt.

Ort: Deutsche Botschaft, Dongzhimen Wai Dajie 17 (sofern nicht anders vermerkt)

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SA 27. Juni 2009 17:00h   Messe (kath.)

SO 28. Juni 2009 10:00h   Gottesdienst mit Abendmahl (evang.)

SO 5. Juli 2009 10:00h   Gottesdienst zum Schuljahresende (ökumen.)

 

Erster Gottesdienst nach dem Ende der Ferien

 

SO 06. September 2009   09.30h Gottesdienst zum Schuljahresbeginn (ökumen.)

                                                  Bitte frühe Anfangszeit beachten!

 

 

 

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Website:   www.egpeking.de

Email:   dt_gemeinde_peking@hotmail.com